Tee anbauen in Schünow

Tee selbst anbauen

Camellia sinensis im Garten, Topf oder Wintergarten – mit Wissen aus unserer Teefarm in Schünow.

Camellia sinensis lässt sich auch in Deutschland kultivieren – entscheidend sind ein passender Standort, ein lockerer saurer Boden, ausreichend Feuchtigkeit und Geduld. Auf unserer Teefarm in Schünow arbeiten wir mit Pflanzen aus Saatgut und beobachten genau, wie sich unterschiedliche Linien unter Brandenburger Bedingungen entwickeln.

Unser Anbau verbindet klassische Teekultur mit einem regenerativen Betriebssystem: Regenwasser, Nützlinge, Blühflächen, organische Pflanzenreste und der Verzicht auf synthetische Pestizide gehören zu unserem Alltag. Dieses Wissen geben wir hier so weiter, dass Du Deine eigene Teepflanze vom ersten Standort bis zur späteren Ernte besser verstehen kannst.

Camellia sinensis – eine Pflanze, viele Möglichkeiten

Grüner Tee, Schwarztee, Oolong und Matcha beginnen alle bei Camellia sinensis. Sorte, Standort, Erntezeitpunkt und vor allem die Verarbeitung entscheiden darüber, was später aus dem Blatt entsteht.

Tee anbauen in Deutschland

Camellia sinensis

Die Teepflanze ist immergrün und kann über viele Jahre kultiviert werden. Für den eigenen Anbau zählt zuerst ein stabiler Pflanzenaufbau: Wurzelraum, Verzweigung und Blattmasse sind wichtiger als eine frühe große Ernte.

Wannong 85

Wannong 85 ziehen wir bei Growing Karma aus Saatgut. Die Linie gehört zu unseren wichtigen Anbau- und Beobachtungsserien. Im eigenen Garten eignet sie sich für alle, die Camellia sinensis langfristig aufbauen und später selbst mit der Verarbeitung der Blätter experimentieren möchten.

Longjing 43

Longjing 43 ist eine bekannte chinesische Teelinie, die wir ebenfalls aus Saatgut kultivieren. Für Growing Karma ist sie besonders interessant, weil wir ihre Entwicklung unter unseren Bedingungen über mehrere Jahre vergleichen und dokumentieren können.

Was Deine Teepflanze wirklich braucht

Standort

Ein heller bis halbschattiger, windgeschützter Platz ist ideal. Morgen- und Abendsonne sind willkommen; starke Mittagssonne und Hitzestau solltest Du besonders bei Topfpflanzen vermeiden.

Boden

Camellia sinensis bevorzugt lockeren, humosen und leicht sauren Boden. Wichtig ist eine sichere Drainage. Schwere Böden sollten gelockert werden; im Topf braucht es unbedingt einen guten Wasserabzug.

Wasser

Gieße möglichst mit kalkarmem Wasser, idealerweise Regenwasser. Das Substrat darf gleichmäßig feucht bleiben, sollte aber nie dauerhaft nass sein. Staunässe belastet die Wurzeln.

Frostschutz

Junge Pflanzen profitieren in den ersten Wintern von Schutz im Wurzelbereich und vor austrocknendem Wind. Auch im Winter darf der Boden nicht vollständig austrocknen.

Erste Ernte

Ernte erst regelmäßig, wenn die Pflanze kräftig aufgebaut ist. Für feine Tees werden meist junge Triebspitzen und zarte Blätter verwendet. Bei jungen Pflanzen gilt: lieber weniger pflücken und zuerst Verzweigung und Wurzelwerk fördern.

Vom Blatt zum eigenen Tee

Die Verarbeitung entscheidet über den Teestil

Aus derselben Camellia sinensis können sehr unterschiedliche Tees entstehen. Entscheidend ist, was direkt nach der Ernte mit dem Blatt passiert. Schon mit wenigen Triebspitzen kannst Du zuhause erste kleine Verarbeitungsversuche machen und die Unterschiede zwischen den Teestilen unmittelbar nachvollziehen.

Grüner Tee

Nach der Ernte wird die enzymatische Oxidation früh gestoppt – je nach Stil durch Erhitzen oder Dämpfen. Anschließend werden die Blätter geformt beziehungsweise gerollt und vollständig getrocknet.

Schwarztee

Die Blätter welken zunächst und werden danach gerollt oder anderweitig mechanisch aufgeschlossen. Anschließend dürfen sie kontrolliert oxidieren, bevor der Prozess durch die Trocknung beendet wird.

Oolong

Oolong liegt verarbeitungstechnisch zwischen Grün- und Schwarztee. Das Blatt wird nur teilweise oxidiert. Dauer, Temperatur und Intensität der einzelnen Arbeitsschritte prägen den Stil besonders deutlich.

Matcha

Für klassischen Matcha werden die Pflanzen vor der Ernte beschattet. Die Blätter werden gedämpft und zu Tencha verarbeitet, von gröberen Blattadern und Stielen befreit und anschließend sehr fein vermahlen.