







Ao-Oribe Teeschale 美濃焼 – handgefertigte Matcha Schale aus Japan
Tasse incluse. Spedizione calcolata al checkout
Form & Herkunft – eine Schale aus der Welt des 美濃焼 (Mino-yaki)
Diese Teeschale stammt stilistisch klar aus der Tradition des 美濃焼(Mino-yaki) in der Präfektur Gifu. Die weit geöffnete, weich ansteigende Kontur folgt der Form eines eleganten 反り端形(Hatazori-gata): ein weiter, leicht nach außen geneigter Rand, der dem Tee Raum gibt zu atmen und Dir beim Trinken ein besonders offenes Mundgefühl schenkt. Der kleine, kompakte Fuß lässt die Schale fast schwebend wirken – ein klassisches Merkmal vieler Mino-Schalen, die zwischen Alltagstauglichkeit und Teezeremonie vermittelt sind.
Glasur & Ästhetik – 青織部(Ao-Oribe) im Craquelé-Gewand
Die Oberfläche zeigt ein dichtes Netz aus feinen 貫入(Kannyū)-Rissen, die typisch für Craquelé-Glasuren sind und der Schale mit der Zeit noch mehr Charakter verleihen. Die helle, fast elfenbeinfarbene Glasur wird von einem kraftvollen Feld in tiefem Smaragdgrün durchbrochen – ein starkes Zitat der Ästhetik von 青織部(Ao-Oribe). Es wirkt, als würde ein grüner Hang in eine helle, steinartige Landschaft abfallen. Die Glasur läuft bewusst ungleichmäßig, sammelt sich in leichten Wellen und bringt den Gedanken an Flussufer, Felsen und Moos ins Teeritual. Im Inneren bildet das dunklere Glasurfeld eine Bühne für grünen Tee: Matcha, Kabusecha oder Sencha spiegeln sich im smaragdgrünen Glanz, werden optisch intensiver und wirken noch lebendiger.
Symbolik, Kanji & Werkstattkontext – Kamon-Motive statt individueller Signatur
Auf der Außenseite der Schale findest du zwei markante, dunkel gemalte Symbole: einen Doppel-Rhombus und ein Paar stilisierter Blüten, die an 家紋(Kamon), traditionelle Familien- und Wappenzeichen, erinnern. Diese Zeichen sind keine klassischen, lesbaren 落款(Rakkan)-Siegel mit Kanji für einen Künstlernamen, sondern eher 共号(Kyōgō) – also wiederkehrende Werkstatt- oder Linienzeichen, wie sie bei kleineren 窯元(Kama-moto) und 工房(Kōbō) in der Mino-Region vorkommen. Da am Fuß kein individuelles Kanji-Siegel eingeschlagen oder eingeritzt ist, lässt sich die Schale nicht eindeutig einem namentlich bekannten Töpfer zuordnen. Die Kombination aus Tonfarbe, Glasurführung, Craquelé-Struktur und den Kamon-artigen Markierungen weist jedoch klar auf eine Werkstatt hin, die tief in der Oribe-Tradition verankert ist und vermutlich im Raum 土岐市(Toki) oder 多治見市(Tajimi) arbeitet. Du bekommst also kein anonymes Massenprodukt, sondern ein Stück authentischer Studiokeramik, bei dem die Werkstattidentität wichtiger ist als die Signatur eines Einzelnen.
Nutzung & Teemomente – ein Stück japanische Teekultur im Alltag
In der Hand wirkt die Schale leicht und gleichzeitig stabil. Die Hatazori-Form öffnet den Blick in den Tee, das Craquelé fängt das Licht, und die smaragdgrüne Glasur lässt Matcha und grünen Tee optisch noch intensiver erscheinen. Beim Trinken spürst du den leicht ausdünnenden Rand, der weich an den Lippen liegt, während der kompakte Fuß für sicheren Stand sorgt. Ob in einer ruhigen Matcha-Session, beim bewussten Trinken von Sencha oder als besondere Schale für Gäste – dieses Stück bringt japanische Teekultur, Oribe-Ästhetik und Mino-Handwerk direkt auf Deinen Tisch.

